EIGENSINN

EigenSinn handelt von einem Sinn, der sich nicht im Kollektiv erschliessen lässt, sondern vor dem Hintergrund dessen, wer ich selbst bin.

EigenSinnig sein heisst auf das setzen, wofür das eigene Herz schlägt. Sich auf das ausrichten, was Sinn und Freude macht. Auch wenn dadurch eine Disharmonie zur Umgebung entsteht.

EigenSinn hält äusseren Kräften das Eigene entgegen. Er schützt davor, von einem fremden Willen vereinnahmt zu werden und Dinge zu tun, die dem eigenen Fühlen und Wissen widersprechen.

Fühlen und Wissen sind veränderliche Zustände. Jeder Mensch ist im Austausch mit anderen und trifft auf Haltungen, die sich mit seinen reiben. Ein eigensinniger Mensch verarbeitet sie und findet eine Haltung, die nun vielleicht verändert, aber wiederum seine eigene ist. Austausch ist die Voraussetzung für EigenSinn. Und nur EigenSinnige können miteinander etwas gestalten, das Zukunft hat.

Hörenswert auf Youtube:

Hermannn Hesse, Eigensinn
(Auszug aus: Hermann Hesse, Eigensinn macht Spass. Individuation und Anpassung, 1986)

Audre Lorde, The Erotic as Power
Das «Erotische» wird hier anders verstanden, als dies heute allgemein üblich ist. Es geht um das, was sich für einen Menschen «richtig anfühlt». Um die Macht, die darin steckt.